Blasenschwäche gehört in Verantwortung des Arztes
DSL zur Welt-Inkontinenzwoche 22. bis 28. Juni 2009
Anlässlich der weltweiten Inkontinenzwoche vom 22. bis 28. Juni 2009 betont die Deutsche Seniorenliga (DSL): Blasenschwäche ist mehr als eine peinliche Unpässlichkeit. Sie ist eine Erkrankung, die rund sechs Millionen Menschen in Deutschland betrifft und viele von ihnen stark belastet. Ein unabwendbares Schicksal ist Blasenschwäche allerdings nicht – vorausgesetzt, die Betroffenen verlieren ihre Scheu und vertrauen sich einem Arzt an. Bislang tut dies nicht einmal jeder Zweite.
Blasenschwäche ist eine Erkrankung mit vielerlei Ausprägungen und Ursachen. Eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur, Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Demenz oder Diabetes, eine gutartige Prostatavergrößerung beim Mann, Verletzungen im Rückenmark oder Tumore können die Blasenfunktion beeinträchtigen und so eine Harninkontinenz bewirken. „Schon um herauszufinden, ob eine ernste Grunderkrankung vorliegt, gehören Probleme mit der Blase in die Hand eines Arztes“, so Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Seniorenliga. „Wir raten in jedem Fall dazu, gemeinsam mit dem Arzt ein Behandlungskonzept zu entwickeln, anstatt in Eigenregie mit der Erkrankung zu experimentieren oder sich gar aus dem sozialen Leben zurückzuziehen.“
Mit Therapien und ein paar praktischen Tipps
Je nach Form und Ausprägung der Blasenschwäche führen physikalische Therapien, Medikamente oder auch operative Eingriffe zum Erfolg. In vielen Fällen hat es sich bewährt, verschiedene Behandlungsmethoden zu kombinieren, etwa ein Medikament zur Blasenentspannung, spezielle Gymnastikübungen und ein Blasentraining, bei dem durch regelmäßige Toilettenbesuche zu festen Zeiten allmählich ein gesunder Rhythmus in die Blasentätigkeit gebracht wird. Zusätzlich ist es sinnvoll, die alltäglichen Gewohnheiten zu überdenken: So können beispielsweise ältere Menschen, die nicht mehr so geschickt mit den Händen oder schlecht zu Fuß sind, die Blasentätigkeit besser kontrollieren, wenn ihre Kleidung leicht zu öffnen ist und der Weg zur Toilette nicht durch Stolperfallen behindert wird. Um unangenehme Situationen zu vermeiden, halten sich viele Patienten mit der Flüssigkeitsaufnahme zurück. Dabei ist es wichtig, ausreichend zu trinken, um die Blasenkapazität nicht noch zu verringern und Infektionen vorzubeugen. Lediglich der Konsum an harntreibenden Getränken wie Kaffee, schwarzem Tee oder Bier sollte eingeschränkt werden. Für viele Menschen schwer umzusetzen, aber ausgesprochen wirksam ist mitunter eine Umstellung des Lebensstiles. Eine gesündere Ernährung und mehr Bewegung lassen nicht nur überflüssige Pfunde schwinden und verringern dadurch die Belastung für den Beckenboden. Sie verhindern unter Umständen auch, dass sich ein Typ 2 Diabetes entwickelt, der als wichtiger Risikofaktor für Blasenschwäche gilt.
Weitere Ratschläge und Informationen rund um das Thema Blasenschwäche gibt es bei der Deutschen Seniorenliga: Die kostenlose Broschüre „Blasenschwäche ist kein Schicksal“ zeigt Ursachen, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Formen der Blasenschwäche auf und gibt praktische Tipps für den Alltag. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn. Unter der Adresse www.dsl-blasenschwaeche.de kann die Broschüre auch heruntergeladen werden.
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